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Geschichte

Gestern

Handbemalte Papiertapeten wurden zuerst von den Chinesen benutzt und kamen im 16. Jahrhundert durch die ostindischen Handelskompanien nach Europa. Das um 1750 technisch hochstehende Stoffdruckverfahren wurde in England und Frankreich auf das Papier übertragen. Seit dem späten 16. Jahrhundert bzw. frühen 17. Jahrhundert wurde die Tapete dann auch in Europa verwendet. Sie löste damit die bisher üblichen Wandbehänge aus Seiden-, Brokat- oder Samtstoffen sowie die Ledertapete ab, da sie billiger war.

Als im Jahre 1783 der von den Gebrüdern Mongolfier konstruierte Heißluftballon von Versailles aus abhob, erlebte eine riesige Volksmenge im Beisein des Königs den Aufbruch in eine neue Dimension und zugleich den Start zum Höhenflug der industriell gefertigten Tapete. Die 23 Meter hohe, erstmals bemannte, Montgolfiere war “Le Reveillion” getauft worden und schrieb damit den Namen des berühmten Tapetenmachers in den Himmel von Paris.
J.- B. Revellion hatte die Papierbahnen, welche die äußere Hülle des Ballons bildeten, produziert und festlich gestaltet. Die königliche Manufaktur von Wandpapieren setzte sich und der Tapete damit ein großartiges wenn auch vergängliches Denkmal.

In Deutschland gründete Johann Christian Arnold in Kassel die erste größere Tapetendruckerei im Jahre 1789. Bei den Mustern richtete man sich nach dem jeweiligen Zeitgeschmack. So waren die handgedruckten Bildtapeten mit Szenerien aller Art von 1800 - 1850 im Biedermeier sehr beliebt. Die Mitte des 19. Jahrhunderts konstruierten Druckmaschinen ermöglichten die Massenanfertigung der Tapeten und führten zum Niedergang der bis dahin existierenden Innenarchitekturkultur, mit der sich zahlreiche Künstler (wie Sonia Delaunay-Terk, Georges Rouault, Raoul Dufy und viele andere) ihren Lebensunterhalt aufbesserten.

Die Tapetenproduktion wurde ein Zweig der Buntpapierindustrie. Die Tapeten kommen in Stücken (Rollen von meist 8,16 m Länge und 47 cm Breite) in den Handel. Man benutzt zur Herstellung endloses Maschinenpapier von mittlerer bis geringer Qualität, jedoch mit möglichst glatter oder ebener Oberfläche.

Heute

Nach Heutiger Definition ist eine Tapete (von lat. tapetum bzw. mlat. tapeta = Decke, Teppich), eine Wandbekleidung aus Zellulose, Glasgewebe oder Kunststoff, auch aus Goldleder, Leder oder Leinwand, die mittels geeignetem Klebstoff auf die Wand geklebt wird.
Üblicherweise ist eine Tapete 53 Zentimeter breit und 10,05 m lang. Um die Tapeten dauerhaft an den Wänden anzubringen, benutzt man für das zellulosehaltige Material in der Regel Tapetenkleister, für Glasfaser und Schaumpolystyrol ist ein Spezialkleber zu benutzen.
Im Bereich der Tapeten hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan. Schon lange handelt es sich nicht mehr nur um eine weiße Wanddekoration aus Papier.
Es stehen uns eine Vielfalt von Tapetensorten zu Verfügung, die sich durch Oberflächen, Qualität und Material unterscheiden. Der materielle Wert einer Tapete wird wesentlich durch das verarbeitete Material beeinflusst. Das heißt ausschlaggebend kann die Art des Papiers, die Zusammensetzung, Stärke und das Gewicht sein. Das Druckverfahren, die Eigenschaften der Druckfarben, die Anzahl der Druckfarben und ihre Lichtbeständigkeit nehmen Einfluss auf Qualität.
Die Oberflächenstruktur und die abschließende Oberflächenbehandlung sind nicht nur entscheidend sondern auch der so genannte “Strip-Effekt” (leichte Ablösbarkeit).

Heute findet sich für jeden Einrichtungsstil, für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel die passende Tapete. Immer mehr Menschen entdecken ihren Mut zum Ungewöhnlichen und den Spaß an raffinierten Dekorations-Effekten.

Quellen: Wikipedia / Deutsches Tapeten-Institut